Nach dem Frühstück im Hotel machen wir uns auf, die Altstadt von Montréal zu erkunden. Dorthin kommt man ganz bequem mit Bus, Bahn oder natürlich mit dem Auto - wobei wir uns heute für die entspanntere Variante entscheiden und den Bus nehmen.
Überhaupt ist der öffentliche Nahverkehr in Montréal ziemlich praktisch. Viele Sehenswürdigkeiten lassen sich problemlos mit Bus oder U-Bahn erreichen. Und selbst die U-Bahnstationen sind schon eine kleine Sehenswürdigkeit für sich. Jede der 65 Stationen wurde individuell gestaltet und dekoriert. So gibt es beispielsweise in Berri-UQAM farbenprächtige Glasmalereien zu bewundern, während man in der Station Place-d´Armes sogar auf eine kleine Sammlung archäologischer Fundstücke trifft. Wer hätte gedacht, dass Warten auf die nächste Bahn so interessant sein kann?
Unser erster Stopp ist die berühmte Basilique Notre-Dame. Sie gilt als eine der schönsten Kirchen Nordamerikas und ist gleichzeitig die älteste katholische Stadtpfarrkirche Montréals.
Für den Besuch werden 8 Dollar Eintritt fällig - egal, ob man die Kirche auf eigene Faust erkundet oder sich einer geführten Tour anschließt. Wir entscheiden uns natürlich für den Besuch und sind gespannt, was uns hinter den imposanten Türen erwartet.
Leider gibt es Bauarbeiten an einem Turm.
Das innere der Kirche ist dafür um so schöner.
Danach schlendern wir weiter in Richtung des alten Hafens. Unterwegs stöbern wir noch durch ein paar Geschäfte - schließlich kann man an keinem Schaufenster einfach vorbeigehen. ?
Natürlich darf bei einem Stadtbummel auch eine kleine Erfrischung nicht fehlen. Wir gönnen uns ein Eis und lassen es uns damit gutgehen.
Mittags legen wir dann eine längere Pause direkt am Sankt-Lorenz-Strom ein. Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen, lassen die Beine ein wenig ausruhen und genießen den Blick aufs Wasser. Nach dem vielen Laufen tut diese kleine Auszeit richtig gut, bevor es später wieder weitergeht.
Neben der Kirche liegt das Vieux Séminaire Saint-Sulpice, einer der ältesten Steinbauten der Stadt. Das Gebäude ist in Besitz der Ordensgemeinschaft der Sulpizianer. Es ist leider nicht zugängit. Den schönen Uhrenturm aus dem Jahr 1710 kann man aber durch das shmiedeeiserne Tor sehen.
Wir laufen weiter zum Vieux-Port
Dieser bietet auf 2 km Länge vielfältige Unterhaltung, mit Flohmarkt, Infozentrum Lockkeeper´s Hut, Cafe´s und Straßenkünstlern. Am Ostende befindet sich der 51m hohe Uhrenturm Tour de I´Horloge aus dem Jahre 1922 dessen Spitze man über 192 Stufen erreichen kann.
Mittags am alten Hafen von Montréal, dem Old Port of Montréal, marschieren plötzlich Darsteller in originalgetreuen historischen Uniformen der französischen Truppen des 18. Jahrhunderts und zeigen das Laden von Steinschlossgewehren mit Platzpatronen und präsentieren traditionelle schottische Tänze und Musik.
Am Montréal Sign
Die Untergrundstadt RÉSO
Nicht weit von unserem Hotel entfernt liegt eine ganz besondere Sehenswürdigkeit Montréals: die Untergrundstadt RÈSO. In der Touristinformation bekommt man einen Plan, auf dem die zahlreichen unterirdischen Fußwege, die sogenannten "Pedestrian Corridors", eingezeichnet sind. Und der ist durchaus hilfreich - schließlich möchte man ja nicht versehentlich eine komplette Expedition unter der Stadt unternehmen. ?
RÈSO ist vor allem dafür gedacht, den Bewohnern Montréals bei schlechtem Wetter und eisigen Temperaturen das Leben etwas angenehmer zu machen. Minusgrade können wir heute allerdings nicht vorweisen. Dafür beginnt es inzwischen zu regnen - und damit ist die Entscheidung schnell gefallen: Wir schauen uns die Untergrundstadt einfach einmal an.
Was uns dort erwartet, ist beeindruckend. Unter Montréal erstreckt sich ein rund 32 Kilometer langes Labyrinth aus Tunneln, Passagen und Einkaufszentren. Hier findet man Hunderte Geschäfte, mehr als 180 Restaurants und Cafés, Hotels, Banken und sogar U-Bahnstationen. Eine komplette Stadt unter der Stadt - und das alles trockenen Fußes.
Unten angekommen, laufen wir durch helle und geschäftige Passagen. Überall riesige Schaufenster, Geschäfte, Restaurants und gemütliche Cafés. Dazu zieht uns aus allen Richtungen der Duft von leckerem Essen in die Nase. Und damit ist auch unser nächstes Problem gefunden: Wir bekommen Hunger!
Bei der riesigen Auswahl sind wir allerdings ziemlich schnell überfordert. Wohin man auch schaut - überall gibt es etwas, das lecker aussieht. Nach einigem Hin und Her finden wir schließlich etwas zu essen.
Zwei Stunden später steigen wir wieder ans Tageslicht. Und dann kommt die entscheidende Frage: Wo sind wir eigentlich? ?
Die Untergrundstadt ist eben nicht nur riesig, sondern auch ein kleines Labyrinth. Zum Glück finden wir schließlich wieder den Weg zurück - und haben Montréal einmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt.
Nach einem langen Fußmarsch zurück zum Hotel gibt es nur noch Füße hoch und den Tag bei einem Getränk ausklingen lassen.
Unsere heutige Übernachtung ist im Double Tree by Hilton Québec Resort in der Rue du Marigot. Das Hotel liegt etwas außerhalb von Québec, etwa 14 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Dafür ist es hier schön ruhig, das Hotel ist sehr gut und auch das Frühstück lässt keine Wünsche offen. Außerdem gibt es ein gutes Restaurant - verhungern müssen wir also schon mal nicht. ?
Heute geht es weiter nach Québec. Das Wetter meint es allerdings nicht besonders gut mit uns. Der Himmel ist grau und unterwegs regnet es immer wieder. Eigentlich haben wir einige schöne Zwischenstopps geplant, aber bei diesem Wetter macht das Ganze nur halb so viel Spaß. Also fahren wir an den geplanten Sehenswürdigkeiten einfach vorbei und beschließen, direkt nach Québec weiterzufahren.
Ganz in der Nähe unseres Hotels liegt der Wendake, ein Ort, der von den Huron-Wendat geprägt ist. Hier befindet sich ein traditionelles Huronendorf, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen.
Bei einer rund 45-minütigen Führung erfahren wir, wie das Leben der Huron-Wendat früher ausgesehen hat. Für 14,75 Dollar bekommen wir einen Einblick in die traditionelle Lebensweise und dürfen uns unter anderem die Schwitzhütten, Gemüsegärten und die typischen Langhäuser anschauen.
Die Langhäuser sind besonders interessant. Hier können wir uns gut vorstellen, wie mehrere Familien früher unter einem Dach gelebt haben. Die Führung ist kurzweilig und gibt uns einen spannenden Einblick in die Geschichte und Kultur der Huron-Wendat.
Auch wenn das Wetter heute nicht ganz auf unserer Seite ist, hat sich der Abstecher nach Wendake auf jeden Fall gelohnt.
In einem typischen Langhaus
Schwitzhütte, Räucherzelt und Gemüsegarten
Der Besucher erfährt Wissenswertes über die Jagd und den Fischfang, das Haltbarmachen der erlegten Beute. Anschließend wird noch einen Tanz gezeigt.
Es gibt auch einen sehr schönen Laden.
Uns hat es sehr gefallen.
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Für heute Abend haben wir uns noch etwas ganz Besonderes vorgenommen - und dafür geht es noch einmal nach Wendake. Unser Ziel: Onhwa´ Lumina - ein nächtlicher Spaziergang, der es ordentlich in sich hat. Der Eintritt kostet 31,50 CAD pro Person (jedenfalls im Juni 2025).
Sobald es dunkel wird, beginnt in Wendake ein ganz besonderes Erlebnis. Auf einem etwa 1,2 Kilometer langen Weg durch den Wald von Saint Rémy wird die Kultur der Huron-Wendat-Nation auf ziemlich beeindruckende Weise zum Leben erweckt.
Und langweilig wird es dabei garantiert nicht: Lichtinstallationen, Musik, Geräusche und Videoprojektionen verwandeln den Wald in eine riesige Bühne. Überall gibt es etwas zu entdecken, während Geschichten, Symbole und die Traditionen der Huron-Wendat auf moderne und wirklich faszinierende Art erzählt werden.
Der Spaziergang findet erst nach Einbruch der Dunkelheit statt - schließlich würde man bei Tageslicht ja auch ziemlich blöd dastehen, wenn man auf die ganzen Lichteffekte wartet. ? Die Vorstellungen gibt es an ausgewählten Abenden.
Die genauen Termine und Öffnungszeiten haben wir vorher auf der offiziellen Website nachgeschaut.
Als wir morgens aus dem Hotelfenster blickten, begrüßte uns noch ein strahlend blauer Himmel. Doch das kanadische Wetter hatte eigene Pläne: Schon auf dem Weg in die Stadt zog es komplett zu, und pünktlich zur Einfahrt ins Parkhaus öffnete der Himmel seine Schleusen.
Spontan disponierten wir um und steuerten unser erstes Schlechtwetter-Ziel an: das Observatoire de la Capitale im Marie-Guyart-Gebäude. Mit dem Aufzug ging es hinauf in den 31. Stock. Auf der 221 Meter hoch gelegenen Aussichtsplattform verbrachten wir eine Stunde und genossen trotz Wolken einen spektakulären Panoramablick über ganz Québec und das Umland.
Als der Regen etwas nachließ, wagten wir uns wieder nach draußen. Gut verpackt in unsere Regenjacken liefen wir bis zum Château Frontenac.
Das berühmte Schlosshotel ist das stolze Wahrzeichen der Stadt. Es wurde 1892 erbaut, hat 500 Zimmer und ist Treffpunkt der Promis.
Direkt dahinter erstreckt sich die Terrasse Dufferin. Der breite Plankenweg ist eine lebendige Promenade, die einen fantastischen Blick auf den St. Lorenz-Strom bietet.
Von dort aus nahmen wir die Promenade des Gouverneurs in Angriff. Der Weg führt über Holzblanken und unzählige Stufen bis zur Zitadelle. Als wir oben ankamen, waren wir ordentlich aus der Puste.
Das Timing an der Zitadelle hätte nicht besser sein können: Wir kamen exakt zur feierlichen Wachablösung an und schauten dem traditionellen Spektakel fasziniert zu.
Anschließend spazierten wir an der Außenmauer der Festung entlang, um den Ausblick auf die Stadt zu genießen. Mittlerweile hatte das Wetter komplett gedreht - wir wurden mit strahlendem Sonnenschein belohnt!
Nun hieß es wieder: Treppen steigen, dieses Mal hinunter in die malerische Unterstadt. Wir schlenderten über den geschäftigen Place Royale, besichtigten die geschichtsträchtige Kirche Notre-Dame-des-Victoires und suchten die berühmten, riesigen Wandmalereien wie die "La Freque des Québécois". Die detailreichen, historischen Figuren in den gemalten Fenstern sind ein echtes Fotomotiv!
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Nachdem wir die Unterstadt ausgiebig zu Fuß erkundet hatten, gönnten wir unseren Beinen eine Pause und fuhren mit der historischen Seilbahn, der Funiculaire, wieder bequem hinauf in die Oberstadt.
N Dort angekommen, pulsierte das Leben: Das Sommerfestival war in vollem Gange. Wir ließen uns treiben, schauten uns einige Straßenkünstler und Vorführungen an und ließen den Tag schließlich bei einem leckeren Abendessen in einem der gemütlichen Restaurants in der Altstadt ausklingen.
Der Rückweg forderte dann noch einmal unsere Geduld. Die gesamte Stadt schien ein einziger, gigantischer Stau zu sein. Stoßstange an Stoßstange dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich die Altstadt hinter uns gelassen hatten und die Auffahrt zum Highway in Richtung Hotel erreichten. Ein anstrengender, aber absolut unvergesslicher Tag in einer der schönsten Städte Nordamerikas.
Übernachtung im Motel Belvédére, 130 Rue du Quai, Charlevoix, Sant-Simeon, QC, G0T-1XO. Dieses Motel liegt direkt am Fährhafen, von welchem wir morgen den Sant Lorenzstrom überqueren wollen.
Der heutige Tag unserer Reise stand ganz im Zeichen von beeindruckenden Naturereignissen, Fährüberfahrten und einer Menge frischer kanadischer Luft. Unser Tagesziel war das beschauliche St. Siméon, doch auf dem Weg dorthin warteten einige absolute Highlights auf uns.
Unser erster Stopp des Tages führte uns zu den spektakulären Montmorency-Wasserfällen (Chute Montmorency), die sogar noch ein Stück höher sind als die berühmten Niagarafälle. Wir steuerten zuerst den oberen Parkplatz an, um uns das Naturschauspiel aus der Vogelperspektive anzusehen. Das Überqueren der Hängebrücke direkt über der Abbruchkante des tosenden Wassers war ein echter Nervenkitzel und bot grandiose Fotomotive.
Danach wechselten wir auf den unteren Parkplatz und spazierten bis ganz nah an den Fuß des Wasserfalls heran - exakt bis zu dem Punkt, an dem man gerade noch nicht von der aufsteigenden Gischt klatschnass wird. Die Kraft des Wassers aus nächster Nähe zu spüren, war unglaublich beeindruckend.
Gut durchgelüftet setzten wir unsere Fahrt in Richtung Tadoussac fort. Die Anreise dorthin ist bereits ein kleines Abenteuer, da man den Saguenay-Fjord mit einer kostenlosen Autofähre überqueren muss. In Tadoussac angekommen, spazierten wir als Erstes den wunderschönen Holzbohlenweg (Sentier de la Pointe-de-l´Islet) entlang, der direkt an der Küste verläuft und für seine tollen Ausblicke bekannt ist.
Anschließend fuhren wir zu den berühmten, riesigen Sanddünen von Tadoussac. Der Blick von oben auf die gewaltige Sandlandschaft und das Wasser war fantastisch. Den steilen und anstrengenden Weg ganz nach unten in die Dünen sparten wir uns jedoch - der Ausblick von oben war bereit perfekt.
Ein paar Eindrücke von unterwegs
Nach diesem erlebnisreichen Ausflug machten wir uns auf den Rückweg. Es ging also ein weiteres Mal auf die Fähre und schließlich zurück nach St. Siméon. Dort angekommen,checkten wir im Motel ein und ließen den Tag bei einem gemütlichen und wohlverdienten Abendessen im benachbarten Restaurant ausklingen.
Lange konnten wir den Ausblick von unserem Balkon nicht genießen, denn morgen müssen wir extrem früh raus: Unsere Fähre auf die andere Seite des St.-Lorenz-Stroms legt bereits um 9:30 Uhr ab. Da man bei diesen Schiffen gute zwei Stunden vor der Abfahrt am Hafen sein muss, schlafen wir heute lieber eine Stunde früher.
Die Überquerung des St. -Lorenz-Stroms und das Naturwunder von Saint John
Der Wecker meinte es heute nicht besonders gut mit uns: Bereits um 5:45 Uhr hieß es Aufstehen! Doch das frühe Aufstehen war absolut notwendig, denn pünktlich um kurz vor 7:00 Uhr reihten wir uns bereits in die Warteschlange an der Fähre in St. Siméon ein. Da wir noch reichlich Zeit bis zur Abfahrt hatten, ließen wir das Auto im Wartebereich stehen und machten es uns im angrenzenden Restaurant bei einem gemütlichen Frühstück bequem - der perfekte Start in den Tag.
Pünktlich um 9:30 Uhr legte die Fähre ab. Die Überfahrt über den St. -Lorenz-Strom dauerte anderthalb Stunden und bot uns noch einmal tolle Ausblicke vom Deck aus. Leider waren keine Wale in sicht.
Auf der anderen Uferseite angekommen, lag eine echte Mammutstrecke vor uns. Um gut voranzukommen, fuhren wir ohne große Pausen durch bis nach Saint John in New Brunswick, wo wir schließlich gegen 16:30 Uhr ankamen.
Unser erstes Ziel in Saint John waren die berühmten Reversing Falls Rapids. Hier passiert etwas weltweit Einzigartiges: Durch den extremen Tidenhub der Bay of Fundy kehrt sich die Fließrichtung des Flusses bei Flut komplett um! Als wir ankamen, setzte die Flut gerade erst ein, sodass von dem eigentlichen Phänomen noch nicht viel zu sehen war.
Kurzerhand änderten wir den Plan: Wir fuhren zuerst zu unserer Unterkunft für die Nacht - dem Chateau Saint John Hotel & Suites. Nach dem Einchecken gönnten wir uns ein richtig leckeres Abendessen bei einem Thailänder in der Nähe.
Frisch gestärkt machten wir uns danach noch einmal auf den Weg zu den Stromschnellen.
Und tatsächlich: Die Fließrichtung des Flusses hatte sich komplett umgedreht! Ein faszinierender Anblick, auch wenn wir das ganz große Spektakel mit den wilden, tosenden Stromschnellen, die beim direkten Aufeinandertreffen der Wassermassen entstehen, leider knapp verpasst hatten. Auf dem Foto kann man die Fließrichtung schon erkennen.
Da es mittlerweile schon spät war, war an eine Erkundung der Innenstadt von Saint John nicht mehr zu denken. Das machte aber überhaupt nichts - wir haben kurzerhand beschlossen, das Versäumte einfach morgen früh nachzuholen, bevor es mit dem Roadtrip weitergeht.
Naturwunder an der Bay of Fundy: Vom Fundy Trail zu den Hopewell Rocks und weiter nach Prince Edward Island.
Nach einem stärkenden Frühstück hieß es für uns heute: Sachen packen und ab auf die Straße, denn es wartete ein Tag voller absoluter landschaftlicher Highlights auf uns. Daher hatten wir uns auch entschieden, sofort zu fahren, ohne uns die Stadt noch anzuschauen.
Unser erstes Etappenziel war der spektakuläre Fundy Trail Parkway. Diese Küstenstraße bietet atemberaubende Panoramen, und wir ließen kaum einen der fantastischen Aussichtspunkte aus, um die tiefen Klippen und den Blick auf den Ozean zu bewundern. Um die Natur noch intensiver zu erleben, schnürten wir die Wanderschuhe und liefen den Scenic River Trail - ein wunderschöner Weg, der uns vorbei an unberührter Natur führte und genau die richtige Dosis frische Luft brachte.
Doch das eigentliche Hauptziel des Tages lag noch vor uns: der Hopewell Rocks Provincial Park. Dieser Ort ist weltberühmt für den extremsten Tidenhub der Erde. Unser Timing hätte nicht besser sein können, denn bei unserer Ankunft herrschte absolute Ebbe! So konnten wir hinunter zum Meeresboden spazieren und direkt zwischen den gigantischen. ikonischen "Blumentopffelsen" (Flowerpot Rocks) umherwandern. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, an einem Ort zu Fuß zu gehen, der nur wenige Stunden später wieder metertief unter Wassermassen begraben liegt. Die bizzarren, von der Erosion geformten Felsformationen aus dieser Perspektive zu bestaunen, war schlichtweg beeindruckend.
Bevor es auf die Insel ging, erreichten wir die gewaltige, fast 13 Kilometer lange Confederation Bridge. Direkt vor der Brücke legten wir einen kurzen Zwischenstopp beim Touristeninformationszentrum ein. Das Büro hatte leider schon geschlossen, aber wir nutzten die Gelegenheit trotzdem, um von dort aus ein paar tolle Erinnerungsfotos von diesem beeindruckenden Bauwerk zu schießen. Danach ging es schließlich über die Brücke hinüber auf die Insel.
Nah einer langen, aber landschaftlich reizvollen Fahrt kamen wir am Abend schließlich in der charmanten Inselhauptstadt Charlottetown auf Prince Edward Island an. Wir steuerten unsere Unterkunft für die nächsten Tage an: das historische The Harbor House in bester Lage nahe der Uferpromenade.
Nachdem wir in diesem gemütlichen Bed & Breakfast eingecheckt hatten, zog es uns noch in ein lokales Restaurant, wo wir uns ein große Portion fangfrische, knusprige Fish & Chips schmecken ließen.
Ein perfekter, typisch kanadischer Ausklang für einen unvergesslichen Roadtrip-Tag!
Nach dem Frühstück im The Harbor House fahren wir los. Leider regnet es noch immer. Wir fahren zunächst in den Prince Edward Island National Park und machen dort einen Spaziergang an einen der Strände. Bei diesem Wetter sind wir tatsächlich ganz allein - weit und breit ist niemand zu sehen.
In der Wetter-App entdecken wir, dass es am North Cape bereits deutlich besser aussieht. Kurzerhand beschließen wir, dorthin zu fahren. Allerdings liegen noch ganze 134 Kilometer vor uns.
Als wir am North Cape ankommen, erwartet uns tatsächlich strahlend blauer Himmel. Was für ein Unterschied zum Wetter zuvor.
Wir laufen bis zur Spitze der Sandbank und klettern anschließend ein wenig auf den beeindruckenden roten Felsen herum. Anschließend gehen wir noch ein Stück an der Küste entlang.
Danach beschließen wir, an der Nordküste entlang zurückzufahren. Leider gibt es unterwegs nich besonders viel zu sehen, und so brechen wir den Ausflug schließlich ab und fahren zurück nach Charlottetown.
Dort schlendern wir noch durch die Stadt, schauen uns ein wenig um und lassen den Tag bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen.
Heute heißt es früh aufstehen: um 6 Uhr klingelt der Wecker. Wir packen unsere Sachen ins Auto und gehen erst einmal gemütlich frühstücken. Danach machen wir uns auf den Weg nach Wood Islands zur Fähre.
Dort angekommen, haben wir noch etwa eine Stunde Zeit, bevor es losgeht.
Dann heißt es endlich: Leinen los! Nach rund 75 Minuten erreichen wir Nova Scotia. Von dort liegt allerdings noch eine lange Fahrt bis nach Sydney vor uns.
Unterwegs in Guysborough machen wir noch einen kurzen Stopp bei einer Tourist-Information und decken uns mit Kartenmaterial für die geplante Autorooute am nächsten Tag ein.
In Baddeck legen wir eine weitere Pause ein. Wir wollen uns eigentlich nur ein bisschen umschauen und eine Kleinigkeit essen. Wir setzen uns in ein Fischrestaurant am Bras d´or Yacht Club. Leider fühlen wir uns dort irgendwie nich besonders willkommen - wir werden mehr oder weniger ignoriert. Also beschließen wir, wieder zu gehen. Ganz ohne Kommentar geht das natürlich nicht: Karsten lässt es sich nicht nehmen, seinen Unmut noch kundzutun.
unterwegs gesehen
Anschließend fahren wir weiter nach Sydney zu unserem bereits gebuchten Hotel für die nächsten zwei Nächte. Schon bei der Ankunft merken wir: Das wird nichts! das Hotel ist eine Baustellen. Auf dem Dach sitzen Bauarbeiter. Und drinnen ein Frühstücksraum, der eher die Größe einer Abstellkammer hat. Das geht für uns gar nicht. Auch wenn sie dort bemüht waren, uns ein Zimmer ganz hinten zu geben.
Karsten nimmt kurzerhand Kontakt mit Expedia auf. Nach einigem Hin und Her werden die gebuchten Zimmer tatsächlich storniert. Also heißt es: ein neues Hotel suchen. Wir entscheiden uns schließlich für zwei Nächte in einem Hotel der Hilton-Gruppe, checken ein und bringen unser Gepäck aufs Zimmer.
Anschließend fahren wir zum Hafen von Sydney. Dort steht uns eine Premiere auf dem Programm: unser erster Lobster! ?
Als wir dann das Werkzeug, das man uns zum Knacken und Zerlegen des Lobsters gegeben hat sehen, ist uns nicht ganz geheuer. Und ein Lätzchen wollen wir uns nun wirklich nicht umbinden - dafür sind wir dann doch zu stolz ?
Zum Glück können wir den Koch davon überzeugen, das Lobsterfleisch für uns aus dem Tier zu lösen. So können wir unseren ersten Lobster ganz entspannt genießen.
Danach machen wir uns noch auf den Weg zu einem weiteren Wahrzeichen Sydneys: der größten Geige der Welt . Sie ist unglaubliche 17 Meter hoch und wiegt stolze 8 Tonnen. Natürlich darf auch hier eine kleine Erfrischung nicht fehlen - wir gönnen uns ein buntes Eis.
Zum Abschluss fahren wir noch zum berühmten Sydney Sign, natürlich in Kanada und nicht in Australien ? , bevor wir den Tag langsam ausklingen lassen.
Nach dem Frühstück im Hotel, steht heute ein ganz besonderer Höhepunkt unserer Reise auf dem Programm: Wir fahren den Cabot Trail, der zu den schönsten Küstenstraßen Nordamerikas zählt. Die rund 300 Kilometer lange Strecke führt einmal rund um den Norden von Cape Breton und verspricht spektakuläre Landschaften, schroffe Küsten und immer wieder fantastische Ausblicke.
Schon kurz nach dem Start erwartet uns das erste kleine Abenteuer: Mit einer kleinen Fähre setzen wir über das Wasser und erreichen die nächste Etappe unserer Fahrt.
Unser erster Stopp ist der Meat Cove Lookout. Wir unternehmen eine Wanderung von insgesamt etwa 7 Kilometern und werden dabei mit wunderschönen Ausblicken auf die zerklüftete Küste und das Meer belohnt. Die Landschaft hier ist einfach beeindruckend - grüne Hügel, steile Klippen und der tiefblaue Atlantik ergeben eine fantastische Kulisse.
Da der gesamte Cabot Trail über 300 Kilometer lang ist, müssen wir allerdings ein wenig auf die Zeit achten. Leider können wir nicht an jeder interessanten Stelle anhalten, obwohl es unterwegs unzählige Möglichkeiten für Fotostopps gibt. Man möchte eigentlich ständig aussteigen und die Landschaft genießen.
Auf der anderen Seite des Trails wartet dann ein weiteres Highligt auf uns: der Skyline Trail. Auch hier schnüren wir unsere Wanderschuhe und machen uns auf den Weg. Die Wanderung führt durch eine wunderschöne Landschaft und bietet immer wieder grandiose Ausblicke auf die Küste. Besonders beeindruckend ist das letzte Stück, das über lange Holzbohlenwege führt. Insgesamt sind wir etwa 7 Kilometer unterwegs.
Nach diesem eindrucksvollen Wandertag setzen wir unsere Fahrt auf dem Cabot Trail fort. Wir fahren die Strecke bis zum Ende und anschließend wieder zurück in Richtung Sydney. Dabei können wir noch einmal die abwechslungsreiche Landschaft von Cape Breton genießen - von dichten Wäldern über weite Küstenabschnitte bis hin zu spektakulären Klippen.
Für eine Stärkung unterwegs legen wir in Chéticamp eine Pause ein und essen dort etwas, bevor es weitergeht.
Am Ende des Tages geht es zurück nach Sydney. Hinter uns liegt ein langer, aber unglaublich schöner Tag mit vielen Kilometern, zwei tollen Wanderungen und unzählingen Eindrücken. Der Cabot Trail hat definitiv gehalten, was er verspricht: eine spektakuläre Küstenstraße durch eine der schönsten Landschaften Kanadas.