Heute liegt ein langer Fahrtag vor uns. Knapp 500 Kilometer sind es bis nach Lunenburg. Die Strecke zieht sich, aber wir wollen heute unbedingt noch die berühmte kleine Küstenstadt erreichen.
Unterwegs begleitet uns zunächst leider Regen. Umso schöner ist es, als sich die Wolken gegen Mittag langsam verziehen und wir bei besserem Wetter in Lunenburg ankommen.
Lunenburg ist bekannt für seine bunten Häuser und die wunderschöne Lage direkt am Wasser. Wir schlendern durch die hübschen Straßen und machen natürlich auch einen Spaziergang hinunter zum Hafen. Überall gibt es etwas zu entdecken - farbenfrohe Holzhäuser, kleine Geschäfte und der Blick auf das Wasser machen den besonderen Charme der Stadt aus.
Nach unserem Rundgang fahren wir zu unserer heutigen Unterkunft, dem Alicion Bed & Breakfast in der MCDonald Street. Schon bei der Ankunft merken wir, dass wir hier einen richtigen Glücksgriff gemacht haben. Eine wunderschöne, liebevoll eingerichtete Unterkunft, gemütlich und mit ganz besonderem Charme. Nach dem langen Fahrtag fühlen wir uns sofort wohl und freuen uns darauf, hier zu übernachten.
Am Abend fahren wir noch einmal zurück in die Stadt. Wir haben in einem Restaurant einen Tisch reserviert und lassen den Tag bei einem schönen Abendessen ausklingen. Es gibt Heilbutt und zum Nachtisch Mascarpone-Eis mit Pistazien und Espresso - ein rundum gelungener kulinarischer Abschluss.
Danach geht es zurück zur Unterkunft. Und dort wartet noch mein ganz persönliches Highlight des Tages: eine wunderschöne freistehende Badewanne. Nach fast 500 Kilometern im Auto gibt es wohl kaum etwas Besseres, als in ein heißes Bad zu steigen und die müden Beine zu entspannen.
Wir genießen die Ruhe und die besondere Atmosphäre unserer Unterkunft - gemütlich, stilvoll und einfach zum Wohlfühlen.
So endet ein langer Reisetag auf dei schönste Art: mit einem leckeren Abendessen, einem heißen Bad und einer wunderschönen Übernachtung in Lunenburg.
Nach einer erholsamen Nacht beginnt unser Tag mit einem gemütlichen Frühstück. Mit am Tisch sitzt ein Ehepaar aus Großbritannien, und auch unser Vermieter gesellt sich dazu. Es ist eine nette, gesellige Runde, bevor wir unsere Sachen packen und uns auf den Weg machen. ?
Unser erstes Ziel ist Mahone Bay, ein charmantes kleines Küstenstädtchen ganz in der Nähe von Lunenburg. Der Ort liegt an der malerischen Ligthhouse Route und ist vor allem für seine bunten Häuser und die drei markanten Kirchtürme bekannt. Diese prägen das Ortsbild und erzählen von der langen Geschichte der Region.
Eigentlich hatten wir uns auf eine schöne Uferpromenade gefreut, doch daraus wird leider nichts - gerade wird dort kräftig gebaut. Wir lassen uns davon aber nicht die Stimmung verderben, schaunen uns den Ort an und machen natürlich einige Fotos.
Anschließend fahren wir weiter entlang der Küste nach Chester, einem weiteren hübschen kleinen Küstenort. Auch hier legen wir einen kurzen Stopp ein, forografieren ein wenig und genießen die Atmosphäre, bevor es weiter zu unserem nächsten Höhepunkt geht: Peggy´s Cove.
Peggy´s Cove - ein Leuchtturm im Nebel
In Peggy´s Cove ist ordentlich was los. Der berühmte Leuchtturm steht zunächst noch wunderschön in der Sonne, doch bevor wir ihn überhaupt erreichen, beginnt die Parkplatzsuche. Wir drehen mehrere Runden, bis wir endlich einen Parkplatz ergattern.
Wir gehen kurz zu den Toiletten - und als wir wieder herauskommen, trauen wir unseren Augen kaum: Der Leuchtturm ist plötzlich komplett im Küstennebel verschwunden!
Das hält uns natürlich nicht davon ab, über die berühmten Felsen zu klettern und in Richtung Lighthouse zu laufen. Die Stimmung ist durch den Nebel ganz besonders und irgendwie mystisch.
und dann erleben wir eine Begegnung, mit der wohl niemand gerechnet hat: Vor dem Leuchtturm steht ein Schweizer und spielt Alphorn! Mitten in Peggy´s Cove, vor dem berühmten Leuchtturm und umgeben von Nebel - damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. ein ziemlich skurriler und gleichzeitig wunderschöner Moment.
Da der Nebel sich nicht auflösen will, machen wir uns auf den Weg in Richtung des kleinen Dorfes. Und "malerisch" ist hier wirklich das passende Wort. Überall sitzen Künstler und malen die Boote, das Meer und die charakteristische Küstenlandschaft. In den kleinen Galerien kann man die Werke vieler Künstler bewundern - und natürlich auch das eine oder andere Bild kaufen.
Crystal Crescent Beach - die Kanadier kennen keine kalten Temperaturen
Unser nächstes Ziel ist der Crystal Cresent Beach Provincial Park. Hier gibt es gleich drei wunderschöne Sandstrände mit klarem, türkisfarbenem Wasser.
Allerdings ist auch hier einiges los. Es ist Freitagnachmittag, die Sonne scheint und offenbar haben viele Kanadier die gleiche Idee wie wir.
Die Temperaturen liegen bei unter 20 Grad, und das Wasser dürfte noch deutlich kälter sein. Fur uns eher ein Grund, am Strand entlangzuspazieren. Die Kanadier sehen das offensichtlich ganz anders: Unerschrocken stürzen sie sich in die Fluten! Da können wir nur staunen.
Wir genießen noch ein wenig den Strand, bevor wir schließlich weiter in Richtung Halifax fahren.
Point Pleasant Park in Halifax - Natur trifft auf Geschichte
In Halifax angekommen, fahren wir zunächst zum Point Pleasant Park, der an der Südspitze der Halifax-Halbinsel liegt. Der rund 74 Hektar große Park war früher militärisches Gelände und beherbergt noch heute historische Befestigungsanlagen, darunter den Prince of Wales Tower , einen runden Steinbau aus dem Jahr 1796.
Allerdings erwischen wir zunächst den falschen Eingang. Also zurück ins Auto und weiter nach unten. Dort landen wir schließlich auf einem Parkplatz, von dam aus wir auf riesige Kräne zum Beladen der Containerschiffe blicken können - ein interessanter Kontrast zur Natur des Parks.
Wir laufen noch ein Stück am Strand entlang und genießen die Aussicht, bevor wir uns schließlich auf den Weg zu unserem Hotel machen.
Ankommen in Halifax
Unser Hotel liegt etwas außerhalb von Halifax. Nach dem langen Tag checken wir ein und machen es uns kurz gemütlich. Anschließend fahren wir noch einmal los, denn nach so einem ereignisreichen Tag haben wir Hunger. Heute gibt es ganz unkompliziert Pizza.
Danach geht es zurück ins Hotel. Für die nächsten drei Nächte ist das Chateau Bedford unser Zuhause.
Ein abwechslungsreicher Tag liegt hinter uns: bunte Küstenorte, eine Fahrt entlang der Lighthouse-Route, ein Leuchtturm im Nebel, ein Schweizer mit Alphorn, türkisblaues Wasser, mutige Kanadier und schließlich die Skyline und der Hafen von Halifax.
Genau diese Mischung macht unsere Reise so besonders.
Halifax - auf den Spuren der Geschichte und entlang der Waterfront
Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir heute zu unserer Erkundung von Halifax. Unser erstes Ziel ist die Halifax Citadel National Historic Site, die hoch über der Stadt liegt und zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Halifax´ gehört.
Die imposante Festungsanlage wurde bereits im 18. Jahrhundert errichtet und erzählt viel über die militärische Geschichte der Stadt. Von oben haben wir einen großartigen Blick über Halifax und den Hafen.
Kaum angekommen, erleben wir auch gleich die Wachablösung. Soldaten in historischen Uniformen marschieren auf und zeigen, wie das militärische Leben früher ausgesehen hat. Dabei handelt es sich um Darsteller, die historische Ereignisse und das Leben der Soldaten und Zivilisten im 19. Jahrhundert anschaulich nachstellen. Auf dem Gelände gibt es außerdem zahlreiche Ausstellungen und interessante Informationen über die Geschichte der Zitadelle.
Nachdem wir uns ausgiebig umgesehen haben, machen wir zunächst einen kurzen Abstecher zurück ins Hotel. Karsten hat sich leider eine Erkältung eingefangen, und außerdem hatten wir dem Wetterbericht geglaubt. Es ist deutlich wärmer als erwartet, deshalb tauschen wir unsere Kleidung gegen etwas Leichteres.
Halifax Waterfront - maritimes Flair am Atlantik
Danach geht es weiter zur Halifax Waterfront. Die kilometerlange Uferpromenade ist einer der lebendigsten Orte der Stadt und genau der richtige Platz, um Halifax von seiner maritimen Seite kennenzulernen.
Wir spazieren am Wasser entlang und genießen den Blick auf den Atlantik. Entlang der Promenade gibt es jede Menge zu entdecken: Straßenkünstler sorgen mit Musik und Kunst für Unterhaltung, kleine Booutiquen und Souvenirläden laden zum Stöbern ein und überall finden sich Cafés und Restaurants.
Dann erleben wir plötzlich etwas ganz Besonderes: Im Hafen läuft ein militärisches Schiff aus. Wir beobachten, wie es langsam den Hafen verlässt - begleitet von einem militärischen Hubschrauber, der über dem Schiff kreist. Die Besatzung steht aufgereiht an Deck, während ihre Familien und Freunde vom Ufer aus zuschauen.
Es ist ein beeindruckendes und zugleich sehr persönliches Bild an diesem ansonsten so gemütlichen Nachmittag an der Waterfront.
Wir bleiben noch eine Weile am Wasser, beobachten das Treiben im Hafen und genießen die frische Meeresluft. Die Mischung aus historischen Gebäuden, modernen Schiffen, Straßenkünstlern und dem weiten Atlantik macht Halifax für uns zu einer ganz besonderen Stadt.
Irgendwann meldet sich der Hunger. Wir suchen uns eines der vielen Restaurants direkt an der Waterfront aus und lassen unseren Tag bei einem gemütlichen Essen ausklingen.
Nach den vielen Eindrücken genießen wir einfach noch ein wenig die besondere Atmosphäre von Halifax. Geschichte, Hafen, Atlantik und ein bisschen militärisches Abenteuer - heute haben wir die Stadt von ganz unterschiedlichen Seiten kennengelernt.
Abschied von Kanada - ein turbulenter Heimflug
Heute heißt es Abschied nehmen von Kanada. Nach dem Frühstück im Hotel steht zunächst Kofferpacken auf dem Programm. Karsten fühlt sich leider immer noch nicht richtig wohl, deshalb beschließen wir, den Vormittag ganz ruhig anzugehen. Wir unternehmen nichts mehr und verbringen die letzten Stunden bis etwa 11 Uhr gemütlich im Hotelzimmer.
Danach machen wir uns auf den Weg zum Halifax Stanfield International Airport, der glücklicherweise nur etwa 20 Minuten von unserem Hotel entfernt liegt. Doch noch bevor wir losfahren, erreicht und bereits die Nachricht: Unser Flug verspätet sich um eine Stunde. Na toll - und dabei haben wir in Toronto nur gegrenzt Zeit für unseren Weiterflug nach Deutschland.
Am Flughafen angekommen, wird aus der zunächst angekündigten Verspätung schließlich noch eine weitere Stunde. Langsam werden wir nervös, denn der Anschluss in Toronto wird damit ziemlich knapp.
Zum Glück kann unser Flug unterwegs etwas Zeit gutmachen. Als wir in Toronto landen, sehen wir erleichtert, dass unsere Ringelbiene von Condor noch am Gat steht. Die Passagiere stehen zum Einsteigen bereit. Wir sind also guter Dinge und machen uns schnell auf den Weg zum Schalter.
Doch dort erwartet uns die nächste Überraschung - und diesmal keine erfreuliche. Uns wird mitgeteilt, dass unser Weiterflug von der kanadischen Airline mit welcher wir von Halifax gekommen sind, storniert worden sei. Offenbar hat man wohl damit gerechnet, dass wir unseren Anschlußflug wegen der Verspätung nicht mehr erreichen würden. Unsere gebuchten Plätze in der Premium Economy sind inzwischen anderweitig vergeben. ?
Wir sind natürlich ziemlich verärgert, sollen 10 Stunden später über Barcelona fliegen. Mein Mann lässt das nicht zu. Immerhin steht der Flieger noch. Wir sollen neue Tickets kaufen für sehr viel Geld und auch nur in der Economy Class. Egal, wir wollen auf alles Fälle mit. Nach der Aufregung ist unsere Stimmung entsprechend im Keller.
Schließlich dürfen wir doch noch an Bord. Dort erklären wir einem deutschen Steward unsere Situation. Und dann geschieht tatsächlich noch etwas Unerwartetes: in der Premium Economy sind noch einige Plätze frei! Wir dürfen dort sitzen und bekommen sogar die entsprechenden Leistungen dazu. Was für eine Erleichterung nach diesem ganzen Ärger.
Der Flug nach Deutschland verläuft anschließend ganz ruhig. Wir können uns entspannen und die Aufregung sacken lassen. Pünktlich landen wir in Frankfurt. Unsere Koffer haben es natürlich nicht geschafft. So schnell konnten diese ja nicht mehr verladen werden. Leider müssen wir bis zum Ende der Gepäckausgabe warten, um das vermisste Gepäck zu melden.
Erst jetzt können wir unseren Shuttleservice rufen, welcher uns zu unserem Auto in der Parkgarage bringt. Noch einmal etwa eineinhalb Stunden Fahrt, dann sind wir endlich zu Hause.
Wir sind müde, aber glücklich,wieder da zu sein. Hinter uns liegt eine wunderschöne und abwechslungsreiche Kanadareise mit beeindruckenden Landschaften, tollen Städten, langen Fahrten, vielen besonderen Erlebnissen und unvergesslichen Momenten.
Nur der letzte Tag hätte gerne etwas weniger aufregend sein dürfen. ein etwas ärgerliches Ende einer ansonsten rundum wunderschönen Kanadareise - aber am Ende sind wir gut zu Hause angekommen.
Das Geld für die Flüge haben wir einen Monat später wiederbekommen, unsere Koffer schon 1 Tag später. Danke nochmal dem Steward, welcher uns geholfen hat.